Der Frosch und die Prinzessin


Es war einmal ein Frosch, der lebte seit geraumer Zeit am Brunnen eines Königsschlosses. Er sah dem Froschkönig, den wir aus der Geschichte kennen, ziemlich ähnlich. Da fiel einer holden Königstochter – vermutlich nicht ganz unabsichtlich - eine goldene Kugel in den schlosseigenen Brunnen. Und der Frosch, der in Wirklichkeit ein verzauberter Prinz ist, holte sie wieder raus.

Also, so wie diesen Froschkönig müssen sie sich auch unseren Frosch vorstellen.Doch unterschied er sich auch in vielerlei Hinsicht von dem Märchenhüpfer.

Zum ersten saß keine goldene Krone auf seinem Haupte und zum zweiten wäre es ihm nie möglich gewesen, durch Hinabtauchen und das Retten einer Kugel die Gunst eines königlich‑weiblichen Wesens zu erringen. Es handelt sich in unserem Fall nämlich lediglich um einen Springbrunnen mit nicht einmal einer Armlänge Wassertiefe.

Die holde Prinzessin, die in dem stattlichen Schloss bei diesem Springbrunnen lebte, gab überdies auf ihre Kugel sehr gut Acht. Und zwar wesentlich besser, als die Königstochter in dem besagten Märchen, das ungeachtet aller Proteste der Vereinigung Wartender Prinzessinnen (VWP) noch immer nach dem König der Frösche benannt wird, anstatt nach ihrer Kongregation.

Ein armer Frosch also, ohne viele märchenhafte Gelegenheiten, jener schönen Prinzessin einmal aufzufallen, in die er sich gegen alle Vernunft ganz beachtlich verliebt hatte. So verbrachte er seine Froschtage mehr schlecht als recht in dem kleinen Weiher am Springbrunnen.

Sein einziges Vergnügen bestand darin, in der bei Westwind sich breit zerstäubenden Fontäne des Springbrunnens herumtollten. Dabei entsprangen seiner großen Seele - eine solche besaß er trotz der fehlenden königlichen Würde zweifellos - mitunter so wundersame Laute, dass ein weit gereister Gast des Schlosses einmal, als er sich im Garten erging, die Frage an den König richtete, ob sich hier vielleicht ein Heiliger aus Tibet aufhielte und ob dieser ehrwürdige Mann häufiger seine religiösen Gesänge mit derartiger Inbrunst verrichtete.

Wir ahnen bereits, dass es in Wahrheit nur die Liebe sein konnte, die den guten Frosch zu solch närrischen Possen verleitete.

Frosch hin, Frosch her, die Prinzessin, von Kindheit an sehr musikalisch und eine echte Virtuosin auf ihrer goldenen Flöte, fand sehr bald Gefallen daran, dem wohlklingenden, sonoren Gesang vor ihrem Fenster zu lauschen. Und ob sie wollte oder nicht, verfiel sie dabei nach und nach der Seele des Sängers. (Was übrigens auch heute noch den eigentlichen Erfolg der großen Stars im Musik-Business ausmacht.)

Die Königin hatte ihre Tochter wegen dieser Torheit (…) schon oft gescholten. Sie warf der Prinzessin vor, sich eher von einem garstigen Frosch betören zu lassen, als sich endlich einen Prinzen zu erwählen und zu heiraten, wie es der Tradition ihres Geschlechtes angemessen gewesen wäre.

Dann schmollte die Prinzessin jedes Mal ein bisschen, strich ihre langen schwarzen Haare - nicht alle Prinzessinnen sind blond -  mit einer Gebärde grenzenloser Unschuld zurück, zuckte zart die Schultern und bemerkte sinngemäß, dass gerade in den hässlichsten Fröschen vielleicht die schönsten Prinzen steckten. Dann griff sie zu ihrer goldenen Flöte und gab so zu verstehen, wie wenig ihr derlei Dispute behagten.

Die Prinzessin, muss man wissen, liebte ihre Eltern innig und gehorchte ihnen in allen Dingen ‑ bis auf diese eine Ausnahme. Der Gesang des Frosches, der tapfer an dem Springbrunnen ausharrte und wartete, dass neben den unaufhörlich rauschenden Wasserfontänen auch einmal die Zuneigung der Prinzessin auf ihn nieder riesele, hatte ihr Herz wirklich nach allen Regeln der Sangeskunst verzaubert. Und das war sehr, sehr schlimm. 

Der König, in den vielen Jahren seiner Herrschaft nicht jünger geworden, regierte immer noch weise und gerecht, sehnte aber dennoch die Zeit des Ruhestandes herbei. Die Bewohner seines Reiches nämlich fügten sich seiner Autorität nicht mehr wie früher. Neue Ideen griffen Raum und man neigte dazu, die Alten als unfähig und überflüssig zu betrachten, alte Könige ganz besonders. Nur ein junger strahlender Prinz, so wähnten selbst höchste Regierungskreise, würde das Volk im Zaum halten können.

Da ihm seine treue Frau keine Söhne geboren hatte, sondern nur dieses eine Töchterchen, hoffte der König sehr auf eine baldige Klärung seiner Nachfolge; auch im Interesse des Reiches.

Da war nun guter Rat teuer. Selbst die Prinzessin neigte immer mehr dazu, doch einen der vielen Prinzen dieser Welt zu erhören, die - je nach der Vorbereitung durch ihre Mütter tapfer und forsch, oder des Schicksals ihrer Väter eingedenk eher skeptisch und halbherzig - um ihre Hand anhielten.

Einerseits dauerte sie das Schicksal ihrer braven Eltern und sie merkte auch, wie es ihrem Vater immer schwerer fiel, die Ordnung im Reich zu bewahren.

Andererseits rief sie sich wiederholt das Schicksal jener Prinzessin aus einem benachbarten Märchen ins Gedächtnis, die plötzlich statt mit dem ersehnten Prinzen mit einem Bettler verheiratet war, auch wenn der sich letztendlich doch noch als waschechtes Blaublut entpuppte. Aber konnte man heutzutage noch ernsthaft mit solch glücklichen Wendungen rechnen? Die Zeiten hatten sich doch sehr gewandelt. Ja, wenn es einen verwunschenen Kater oder ein verzaubertes Pferd oder eben einen prinzlichen Frosch gegeben hätte! Aber nein, kaum noch Märchenhaftes geschah mehr in der Welt.

Oder hatte vielleicht der Frosch da unten am Brunnen jemals Anstalten getroffen, seinen Gesang in die handfeste Bitte münden zu lassen, sie möge Tisch und Bett mit ihm teilen? Na, bitte!

So nahm denn die Prinzessin ihre gute Flöte zur Hand, setzte sich ans Fenster und stimmte zur üblichen Stunde in den Gesang des Frosches ein, den sie als ihren einzig wahren Freund empfand, auch wenn er ihr nicht den Hof machte. Es entstanden Duette, die eines gewissen Reizes nicht entbehrten und die von Musikwissenschaftlern, so es sie denn gegeben hätte, womöglich als eigene Kunstrichtung gefeiert worden wären.

Alle Gespielinnen und Edelknaben hatten die Prinzessin nie so sehr zu erfreuen vermocht wie diese wundersame Musik, auch wenn alle bedeutsamen Leute ihr abrieten, das eintönige Gequake da aus dem Garten auch nur anzuhören.

Die Prinzessin jedoch spürte tief in ihrem Herzen, dass die Musik, die sie und ihre Flöte in Symbiose mit den Urklängen aus dem Garten hervorbrachte, in die rechte Richtung wies. Wie aus den Anfängen der Welten tönte es da empor zu ihr, und wie das Blühen des hellen Frühlings rauschte es von ihrem Fenster hinab.

Da geschah es eines Nachts nach einem warmen Junitag, sie hatten den Abend besonders lang und schön musiziert, dass ihr wider alle Vernunft und Erwartung jener Originalfroschkönig leibhaftig erschien, den wir aus dem Märchen kennen. Er trug ein goldenes Krönlein auf dem Kopf und bei jedem Satz ließ er kleine Wasserpfützen hinter sich. Er kam vom Fenster  auf sie zugehüpft und nahm am Kopfende des Bettes Platz.

Nun wird er bestimmt gleich zu mir unter die Decke wollen, dachte die Prinzessin, wobei sie nicht recht wusste, ob sie sich wie die Prinzessin in dem Märchen verhalten sollte oder besser nicht.

Der Froschkönig allerdings schien keinerlei intimes Entgegenkommen zu erwarten, sondern hüpfte mit seinem letzten Satz auf ihren Nachttisch, wo er neben ihrer goldenen Flöte hocken blieb, die sie auch während des Schlummers immer in Reichweite zu haben pflegte.

„Quak, quak“ sagte der Frosch. „Wie ich sehe, erkennt Ihr mich, wunderschöne Königstochter. Das freut mich sehr, und ich entbiete Euch im Namen aller  -quak, quak ‑ Frösche einen ergebenen Nachtgruß.“

„Ich heiße euch willkommen, oh Frosch, der Frösche“, sagte die Prinzessin. „Aber seid ihr denn nicht schon längst durch eine meiner Standesgenossinnen erlöst worden? Wo bleibt Eure ansehnliche männliche Gestalt?
„Schon richtig“, quakte der Frosch. Ich bin erlöst worden, aber nur unvollständig.. Nicht alles, was man sieht, ist gleich das ganze Wunder. Und man lernt auch in den Märchen nie aus. Aber kommen wir zur Sache!

Auch wenn ich nun wieder Frosch bin, so siehst du doch die Krone auf meinem Haupt. Sie weist mich als König aus. Und – quak – ein König, das bin ich immer noch. Ich habe mich damit abgefunden, als Herrscher über das Reich der Frösche diese Krone zu tragen und ich will das in Würde tun und mit Anstand; will nicht weiter um meine eigene Erlösung betteln. Quak, quak. Aber ich habe dennoch ein großes Problem. Und nur du, liebreizende Königstochter, kannst mir helfen!“

„Oh“, erwiderte die Prinzessin da ein wenig erschrocken. „Willst du etwa doch in mein Bett?"

„Nein, nein, keine Angst, holdes Kind“, beruhigt sie der Froschkönig. „Ganz im Gegenteil. Ich habe zuhause eine wunderbare Gemahlin, und wir sind einander treu ergeben. Allerdings hängt besagtes Problem mit ihr zusammen, und mit allen Fröschen meines Reiches.“

„Ihr müsst nämlich wissen“, fuhr der Froschkönig fort, „dass Eure Musik uns Frösche vollkommen in den Bann schlägt. Zum Klang Eurer goldenen Flöte gesellte sich vor geraumer Zeit die Stimme eines meiner Brüder. Daraus entstand eine Musik, wie sie noch nie auf dieser Erde zu hören war. Sie durchdringt Berge und Täler, Hütten und Paläste, Wälder und die Weiten des Ozeans und sie macht nirgends halt.“

„Oh, das ist ja wunderschön!“ Die Prinzessin errötete sanft. „Ich habe gar nicht gewusst, dass ich jemandem eine Freude damit mache.“

Die Prinzessin klatschte in die Hände. Sie hatte Publikum! Da sollten sie ruhig weiter schimpfen, die Banausen im Schloss, die keine Ahnung hatten von wahrer Kunst und Musik!
„Nein, verehrte Prinzessin, ihr versteht mich leider nicht ganz. Quak, quak, quak.“ (Immer wenn er sehr erregt war, quakte der König der Frösche dreimal hintereinander.)

„Es müssen alle Frösche in all ihren Bewegungen innehalten und lauschen, wenn Euer Konzert anhebt. Die Froschmütter hören auf, ihre Froschbabys zu füttern. Wer gerade der Begattung frönt, muss reglos verharren, bis ihm die Glieder erschlaffen. Wer gerade in die Luft hechtet, um eine Mücke zu fangen, plumpst mitten im Sprung zu Boden, wenn ihn die Klänge erreichen. Und so manch ein Frosch hat sich auch schon übel verletzt oder ist gar ertrunken.“ 

Das Gesicht der Prinzessin, gerade noch vor Freude gerötet, bekam einen nachdenklichen und traurigen Ausdruck.

„Das, lieber König der Frösche, tut mir aber sehr leid. Soll ich mich in Zukunft verbergen, wenn ich wieder meine Flöte spielen will? Und was ist mit meinem Sänger unten im Springbrunnen? Ich glaube, ich könnte seine Stimme nicht mehr missen. Nichts auf der Welt bedeutet mir soviel, wie mit ihm zu musizieren.“

„Ja“, erwiderte der Froschkönig. „Auch jener könnte ohne Euch nicht mehr leben. Das hat er mir gerade eben erst beteuert, bevor ich zu Euch gekommen bin. Er ist im Übrigen einer meiner edelsten Sänger. Und alle Froschfrauen haben sich von ihm abgewandt, weil er nur noch für Euch lebt, geschätzte Königstochter. Aber da er, wie fast alle Frösche dieser Welt, früher ein Mensch gewesen ist, steht es Euch frei, zu wünschen, dass er seine frühere Gestalt wieder gewinnt.“

Also war es doch ein verzauberter Prinz?

Nein, dass es immer noch Märchen gab!

Vor Aufregung und Eifer schoss der Prinzessin das Blut in den hübschen Kopf.
„Wie hat er denn früher ausgesehen, vor seiner Froschwerdung? Und war er ein Edelmann?“

„Ein Edler ist er auch jetzt, teuerste Prinzessin, ein Edler in meinem Froschstaat. Allein, seit er mit Euch musiziert, hat er all seine Ämter und Aufgaben und selbst seine Gattinnen einfach vergessen.“

„Sagt an, lieber Froschkönig, hat er denn als Mensch etwas Unrechtes getan, dass er in einen Frosch verwandelt wurde?“

„Holdeste Prinzessin, fragt mich nicht weiter, dringt nicht in mich. Es ist eine sehr traurige Geschichte. Und sie hatte gleichfalls mit Musik zu tun. Ich kann Euch nur versichern, dass er sich immer als äußerst ehrenhaft und wacker erwiesen hat. Eine böse Hexe … aber nein, das tut hier nichts zur Sache. Entscheidend ist nur eines. Wollt Ihr ihn zum Manne haben?

„Nun, ja, zunächst würde ich ihn gerne einmal – noch unverbindlich - in seiner menschlichen Gestalt sehen. Ich meine, nicht einmal als Frosch ist er mir bislang leibhaftig unter die Augen gekommen. Eigentlich kenne ich nur seine Stimme. Das ist doch wohl etwas zu wenig für ein spontanes Jawort, nicht wahr?“

„Quak, quak, quak. Ihr kennt seine Stimme. Damit kennt Ihr seine Seele, Prinzessin. Das sollte genügen.“

Schon wahr, dachte die Prinzessin bei sich. Wer eine so schöne Stimme besitzt, kann kaum allzu hässlich sein. Und lieber ist mir ein verzauberter Märchenprinz allemal als die Schnösel, die mir meine Mutter bislang vorgeschlagen hat. Und dem Froschkönig helfe ich obendrein, und meinen Singfrosch kann ich erlösen.“

Und da in ihrer Brust ein sehr gutes Herz schlug, willigte die Prinzessin ein. Der Froschkönig war hocherfreut und er begann ohne Umschweife, ihr die Tonfolge vorzuquaken, die zur Rückwandlung eines Frosches in eine menschliche Gestalt notwendig war. Sie nahm alles mit ihrem feinen Gehör auf und spielte die Melodie dann auf ihrer goldenen Flöte zum Fenster hinaus.

Ob der Frosch da draußen am Springbrunnen sie wohl hörte?

Ja, da war sie schon, die vertraute Stimme. Als hätte er schon gewartet. Und als sie den letzten Ton sehr lang anhielt und er schwebend und schon ein wenig zitternd verhallte, da stand mit einem mal ein strahlender Prinz in ihrem Zimmer.

„Danke“, sagte er. „Prinzessin, ich danke Euch viel Tausendmal. Durch eine böse Heavy‑Metal‑Rock‑Fee war ich verzaubert. Ihr habt mich erlöst.“

Und sie fielen einander in die Arme.

 Da räusperte sich jemand hinter ihnen ganz verlegen. Die Prinzessin fuhr herum. Es befand sich ein weiterer Prinz in ihrem Gemach, ebenso schön wie der erste, und gleichfalls mit seidenen Gewändern angetan.

„Prinzessin, verzeiht mir, ich habe nicht gründlich genug bedacht, wie schwierig die Gesetze des Wünschens sind. Es gibt da gewisse Nebenwirkungen. Und so habt ihr mich gleich mit erlöst, ob mir das nun passt oder nicht. Ich bin der Froschkönig und euch zum Gemahl bestimmt.“

(Merke: Wer das Glück anderer so sehr herbeiwünscht, dass er an sich selbst gar nicht mehr denkt, dem erfüllen sich sein geheimsten Sehnsüchte ganz von selbst.)

Das war jetzt eine verworrene Sache. Zu einem Märchen gehört ein Happy End. Aber gleich deren zwei?

Nun, da die Zeiten, wie eingangs erwähnt, sehr viel moderner geworden waren, heiratete die Prinzessin beide Prinzen auf einen Ritt.

Der alte König einigte sich, nachdem er im Staatssäckel gründlich Nachschau gehalten hatte, mit seinen Räten und Bischöfen, die von offensichtlich höherer Gewalt und dem wundersamen Eingreifen göttlicher Mächte sprachen. Er teilte sein Reich und setzte jeden seiner Schwiegersöhne als König ein. Die alte Königin war' ebenfalls zufrieden. Lieber zwei Schwiegersöhne, als gar keinen, dachte sie in ihrer zutiefst praktischen weiblichen Seele. Und überdies waren sie beide ausgesprochen stattlich.

Auch die Frösche des Landes freuten sich. Konnten sie nun doch wieder ohne Störung ihren gewohnten Beschäftigungen nachgehen.

Allein unsere Prinzessin konnte nicht vollkommen glücklich werden. Zwar fehlte es ihr an nichts. Beide Gatten trugen sie auf Händen und verwöhnten sie Tag und Nacht. Und natürlich durfte auch ihre goldene Flöte spielen, so oft sie nur wollte. Manchmal, an langen friedlichen Nachmittagen, setzten sie sich ihr zu Füßen und ließen sich völlig entrücken von den wehmütigen Tönen.

Warum wehmütig? Hatte die Prinzessin nicht das bekommen, was ersehnte, und sogar mehr als das? Ein modernes Sprichwort sagt, weniger ist oft mehr.

Ob es das war? Einfach zu viel des Guten?

Nein, der Grund lag tiefer. Genau genommen vier Stockwerke tiefer, unter ihrem Fenster, im Schlossgarten, an der rauschenden Fontäne des Springbrunnens.

Wenn sie die Flöte blies, lauschte sie gern in die Richtung, so als müsste irgendwann unter diesem Rauschen wieder der altvertraute Gesang emporsteigen. Freilich, in der Nähe des Schlosses hielten sich immer irgendwelche Frösche auf, aber was die zu bieten hatten, war nur ganz ordinäres Quaken. Niemals mehr würde sie "ihren Frosch" hören dürfen, jene vertraute Stimme, die sie so sehr zu lieben gelernt hatte.

Und wenn sie dann die Flöte manchmal beiseite legte und ein wenig weinte, da wussten ihre beiden Männer nicht, wie sie zu trösten wäre.

Und dann weinten auch sie gemeinsam mit ihr manche Träne.

 

 

Walter Kiesenhofer, walkie@gmx.at 

 
 

zurück