NUR FLIEGEN IST SCHÖNER 

Ein Aus-Flug über das Mühlviertel
 

Mein Bruder Rudi geht gern in die Luft. Entweder mit der schnittigen Dimona oder mit dem  gemütlichen Bergfalken (Motorsegler des Fliegerklubs Linz-Ost)

Er hat mich eben zu einem Mühlviertel-Hügelflug eingeladen; eine etwas windige Sache an diesem Tag, wie man an Sträuchern und Windsack sieht

Aber da sind wir schon in der Luft. 
Unter uns: der Industrie-Tankhafen

Die beiden tollkühnen Männer in ihrer fliegenden Kiste

Nach einer leichten Kurve steuern wir Nordost -  und fliegen wenige Minuten später über Kefermarkt. Hierher zieht es uns öfters, weil wir beide hier aufgewachsen sind und Rudi mit seiner Familie hier lebt 

Schloß Weinberg bei Kefermarkt wurde frisch renoviert.... während die ehemals stolze Burg Prandegg nur noch eine Ruine ist

Aus der Luft wirkt sie ein bißchen wie ein morscher Stockzahn....

Das Mühlviertel war einmal ein "Burgenland"; hier Ruine Ruttenstein

Wir drehen ab - und fliegen direkt in die Sonne

Ein absolutes "Highlight" des Mühlviertels ist die mittelalterliche Stadt Freistadt

Bei Linz kann man von "romantisch" nicht reden. Aber hierher müssen wir zurück, da liegt unser "Stall". Rudi steuert (natürlich ohne Karten!) nach einigen weiteren Schleifen über das hügelige Land zielgenau die Landeshauptstadt an

Landung - zwischen Donau und Industriegebiet - souverän wie immer!

Bevor man das brave Fluggerät (es hat schon ein Vierteljahrhundert auf den Flügeln) verläßt: Check und Eintragungen

Hat sonst an diesem Tag keiner mehr einen Aus-Flug damit vor, sucht man sich für den Falken ein Plätzchen im Hangar ..... und verabschiedet sich von den Gästen, die via WEBSite heute mit uns  an Bord waren. Glück ab - gut Land!

 
 

Vor dem Mausklick noch eine kleine Fliegergeschichte gefällig? 
Hier ist eine, die das Leben schrieb. Das heißt, eigentlich unser Pilot Rudolf; in einer E-Mail nach einer gottseidank geglückten Landung.....

Hallo, Gebrüder Kie!

Gestern Mittwoch war ich mit meinem guten alten Falken wieder einmal in der Luft. Ich flog über Steyregg, St. Florian, Ansfelden, Nettingsdorf, Kremsmünster, Sattledt, Wels, Bad Schallerbach, Grieskirchen, Eferding. Dort war mir erstmals etwas mulmig zumute, da sich über dem Mühlviertel ein Gewitter zusammenbraute. Als ich dann in Puchenau die Donau entlang flog, verschwand auf einmal der Pöstlingberg in dieser schwarzen Wolke und Blitze zuckten unaufhörlich. Zum Zeitpunkt, als ich in Schallerbach/Grieskirchen war, versuchte man mich als einzigen Flieger
mittels Funk vom herannahenden Gewitter zu warnen, aber das Funksignal von Linz-Ost war in westliche Richtung zu schwach, da sich die Antenne am Boden befindet und dahinter gleich der Hangar steht.

So glaubte der Betriebsleiter, ich sei schon irgendwo zu Boden gegangen; sperrte den Flugplatz zu und schloss die Hangartore. Als sich diese schwarze Walze auf mich zu bewegte, bekam ich es mit der Angst zu tun. Ich flog mit Höchstgeschwindigkeit einfach quer über die Stadt Linz und über die Industrieanlagen der VOEST. Auf meine Funkanfrage, ob eine Landung noch möglich sei, bekam ich keine Antwort. Für eine Landung in Hörsching war es nun auch schon zu spät, da die schwarze Mauer bereits Urfahr erreicht hatte. Als einzigen Fluchtweg hatte ich noch den Süden.

Da ich aber nicht wusste, wie schnell dieses Unwetter gegen Süden unterwegs war, entschloss ich mich zur Landung in Linz-Ost. Ich hatte in diesem Moment viel Geld gegeben, wäre ich geschützt am Boden gestanden. Aber mit des Schicksals Mächten.... es blieb mir nichts anderes übrig, als wacker mit den Winden zu kämpfen.

Im Gegenanflug Richtung Urfahr schüttelte es mich kräftig durch. Die Häuser im Bereich der UNI wurden förmlich von der nun bereits tiefschwarzen und blitzedurchzuckten Wand verschlungen, als ich mich über die Donau hinweg zum Landeanflug entschloss. Trotz gewaltig eingeschlagener Kurvenradien druckte mich der starke Wind in Richtung Stadt und die Landebahn wurde mir
"seitlich weg geschoben". Da ich aber ein Durchstarten aufgrund der drohenden späteren Sekunden des Gewitters nicht wollte, setzte ich die Maschine neben die Landebahn in die Startrollbahn und rollte mit erhöhter Geschwindigkeit zum Hangar. Als mich die Kollegen sahen, waren sie sehr
erstaunt und schoben die Hangartore auf. Wir zogen den Falken hinein und da war auch schon die Front des Gewitters über dem Flugplatz. Ein Neuanflug wäre also nicht mehr möglich gewesen - ich wäre damit zum Spielball der Elemente geworden...

Mit Knieschlottern stand ich dann neben der Maschine und war heilfroh, in den letzten Sekunden vor den der Gewitterfront vor gelagerten Sturmböen gelandet zu sein - und das in Anbetracht der vorherrschenden Winde gar nicht einmal so schlecht. Es war eine Mittwochlandung, da es mich 2mal nach der Bodenberührung wieder in die Höhe riss. Naja, jetzt habe ich auch die erste
Gewittererfahrung hinter mir - eine zweite will ich gar nicht herbeisehnen.

Alles ist gut gegangen. Die Maschine flog bissig durch die aufkommenden Winde in der Stadt. Bei 170 km/h im Stadtgebiet hatte ich auch kein Radar zu befürchten. Nur in der Maschine ist es bei einem solchen Flug alles andere als ruhig. Durch die hohe Geschwindigkeit kommt jede Änderung des Windes voll durch und man glaubt , sich auf einer total desolaten Schotterstraße zu befinden.

Ich werde mich beim Magistrat wegen der schlechten Luftstraßen über dem Stadtgebiet beschweren... ha-ha! So, nun kann ich ja wieder lachen darüber - aber gestern ist mir das Lachen im Hals stecken geblieben.

Mit diesem Kurzreisebericht entlasse ich Euch wieder in die normalen Tagesgeschäfte.

Euer Rudi

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