Friedrich Norbert Kapfer

 

Friedrich Norber Kapfer hat in den letzten Jahren mehrere Bücher mit Lyrik im Ensstaler Verlag veröffentlicht; auch welche in Mundart. Hier ist eine kleine Auswahl seiner ganz frühen Gedichte.

 


MENSCHEN - AFFEN

Wo Tiere sind - und Menschen gaffen,
dort sind im Käfig meist die Affen.
Man sieht sich oft in diesem Zoo -
spürt die Verwandtschaft irgendwo.

Man nickt sich zu - reicht sich Bananen,
um gleich Kontakte anzubahnen.
Man sieht, wie jener sich dort laust,
ist doch das eigene Haar zerzaust.

Der Aff', er klettert auf den Baum,
die Kinder hier, sie steh'n am Zaun.
Und klettern dort gar wild herum,
so wie es - Menschenkinder tun.

Doch was sie etwa unterscheidet,
der Aff' behaart - der Mensch bekleidet:
der Aff' sitzt still im Käfig dort,
die Menschen schreien immerfort.

Der Aff' ist zärtlich zu den Kleinen,
die Kinder vor dem Käfig weinen.
Sie haben sich wohl schlecht benommen
und eine Tachtel gleich bekommen.

Vergleicht man sie, die beiden Rassen,
viel besser schneiden ab die Affen.
Wer Menschen kennt, der liebt das Tier,
so ist es wohl - o glaubt es mir!

("Leben und Natur, Geformte Gedanken")

DAS BUCH

Entführt wirst Du in ferne Landen,
in Abenteuer eingetaucht.
So kämpfst Du bald mit Drogenbanden,
als Held wirst Du im Kampf gebraucht.

Du schleichst durch Wälder - stehst auf Bergen,
befährst die Meere wie die Luft.
Du liest von Edlen, wie von Schergen,
stehst im Palast - liegst in der Gruft.

Beglückt fühlst du die weiche Sprache,
viel Spannung kommt vom harten Wort. Es ist die wunderbarste Sache,
beim Lesen trägt der Geist Dich fort.

Und lehrt man Dich dazu noch Wissen,
so gib' das Lesen niemals auf.
Was für den Körper jeder Bissen,
den Geist führt nur das Wort bergauf.

Das Buch, es sei Dir Freund und Lehrer,
zu Deinem Nutzen ausgedacht.
Sei Du sein Leser, sein Verehrer,
denn nur das Wissen führt zur Macht.

(Heimatland, Gedichte, Ennsthaler Verlag Steyr,1996)



NACHT

Als blühten sie - die Sterne,
hell leuchtend in der Ferne
im schwarzen Himmelsgrund.

Der Mond als helle Scheibe,
auch er hat seine Bleibe
in diesem Sternenrund.

Ganz leise erst ein Summen,
dann hört man's deutlich brummen,
ein Flugzeug tut sich kund.

Doch bald ist wieder Stille,
Herr - es gescheh' Dein Wille,
mit Dir bin ich im Bund.

Wie glitzert er, der Himmel,
ein Dimantgewimmel,
zu dieser schönen Stund'.

So schaut die Nacht hernieder,
ich schließe meine Lider -
und schlafe mich gesund.

(Heimatland, Gedichte, Ennsthaler Verlag Steyr,1996)


LIEBESBAUM

In der Buchenrinde
ein Herz mit Monogramm;
von einem Kreis umschlungen,
auf diesem Liebesstamm.

Zwei Menschen, die dort weilten,
sie haben sich verlobt.
Ihre Namen eingegraben
und Treue sich gelobt.

Die Buche wurde größer,
mit ihr auch die Gravur.
Die Liebe wurde älter,
noch gilt der Treueschwur.

So hart wie eine Buche
mag auch das leben sein.
Doch wo die Treue waltet,
ist Liebe nicht nur Schein.

(eines von etwa hundert Gedichten des noch nicht veröffentlichten Gedichtbandes).

KUMMER

Ist ums Herz mir bang',
geh' ich in meine Kammer.
Dort verweil' ich lang,
künde meinen Jammer.

Spreche dort mit Gott -
über meine Sorgen.
Schüttle ab die Not,
freue mich auf morgen.

Komme frei zurück -
mit viel Mut und Kraft.
Erkenne nun mein Glück,
das mir Freude schafft.

("Leben und Natur, Geformte Gedanken")

 

Copyright beim Autor
Friedrich N.Kapfer, Hönigstraße 15, 4550 Kremsmünster. Telefon 07583/6381.

 

Zum Autor:

Mit Friedrich Norbert Kapfer verbindet mich eine "doppelte" Kollegenschaft: einerseits beruflich (wir waren beide Verwaltungsbeamte in der Bundespolizeidirektion Linz), andererseits hinsichtlich der Liebe zum Schreiben.
Fritz ist 1993, ein Jahr vor seiner Pensionierung, mit einem ersten Gedichtband an die Öffentlichkeit getreten, nachdem er seit seiner Jugend nur für sich und später dann auch für seine Familie in gebundener Form niedergeschrieben hat, was ihn bewegte.

Sein erstes Gedichtsbändchen (im Eigenverlag veröffentlicht) trägt den Namen "Leben und Natur. Geformte Gedanken". Nachdem diesem ein entsprechender Erfolg beschieden war und das Echo auch in Fachkreisen gut ausfiel, gab Friedrich Norbert Kapfer einen zweiten Band heraus, und zwar 1996 im Ennsthaler Verlag, Steyr. Titel: "Heimatland". Beide Bändchen sind übrigens gekonnt und zum Inhalt passend von der eigenen Gattin illustriert.
Nun, nach vielen Lesungen, nach einem Rundfunkporträt, nach ausgezeichnetem Verkauf der ersten beiden Bücher, bereitet mein Freund einen dritten Band vor. Titel ist noch keiner festgelegt, die Gedichte selbst "stehen" aber schon alle. Es sind an die hundert, und zwar aus den verschiedensten Lebensbereichen. Ich durfte sie bereits lesen und sie haben mir ausnehmend gut gefallen. Fritz hat mich nämlich zum Lektorieren beigezogen und wir haben an zwei Tagen gemeinsam alle Gedichte einzeln sehr genau gelesen.

Es ist eine unwiderstehliche Faszination, die mich bei der Lektüre seiner Gedichte gefangennimmt. Im Rahmen dieses mir anvertrauten "Lektorats" verlebte ich zwei sehr schöne Tage zusammen mit ihm. Es geht eine sanfte und sehr stabile Kraft von all seinen Gedichten aus, in deren Wirkungsbereich man immer etwas von der ursprünglichen Kraft der Dinge ahnt, welche ein moderner Kunstbegriff gern mit allzuviel "Eigengeruch" überdeckt. Und er hat selbst in seinen kritischen Gedichten etwas noch nicht verloren, das man in den heutigen Tagen so schmerzlich vermißt: - die versöhnende Kraft des Humors eines guten Herzens!
Ich bin in diesen zwei Tagen wohl noch mehr sein Fan geworden als zuvor - und freue mich schon sehr auf den Tag, wo das neue Büchlein das Licht der Buchgeschäfte erblicken wird.

In der Zwischenzeit fand Friedrich Kapfer seine literarische Heimat in der Mundartdichtung. Als Mitglied des oberösterreichischen Stelzhamerbundes wird er viel zu Lesungen eingeladen; auch und vor allem vor der Schuljugend des Landes!

 

 


 

 

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