abgeträumt

 

die wiesen abgeträumt
über dem gänseruf turnt
mein gedanke zwischen
ersten kristallenen flocken
am erlenbaum wartet der winter
 

erde und himmel
verharren still
drüben in der stadt
zieht ein pfarrer seinen kirchturm
singend durch die strassen
 

in verlorenen schneckenhäusern
will man keine
fuge von bach hören
der fleischermeister ruft
seine schäfchen zusammen
 

erster reif setzt sich
in den irdenen krügen der bauern
die freundlichen birken
warfen lang schon 
ihre wörter von sich
 

die kinder lassen
nun ihre boote
zu wasser

 
 
 
walter kiesenhofer, walkie@gmx.at
 
 
 
Diese Gedicht wurde von der "Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichts" 2003mit einem Preis ausgezeichnet und in der Anthologie "Ausgewählte Werke" abgedruckt
 
 

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