Nach deinem Flötenspiel, Engel

  

Wie Engel, sich dir wieder nahen, außer als Kind ?
Sind Männer nicht allzu schwer oft im Tritt,
schon durch weite Hallen gestürzt,
eh' sie auch nur ahnten, welch Reichtum darinnen geborgen
und was alles an Schönheit ....
 

Wie nur der ledernen Stiefel sich entledigen, und der
klirrenden Sporen und des eisenbeschlagenen Helms!
Die Hand umschließt fest noch den hölzernen Schaft
des uralten Speeres. Das Auge, es sucht noch nichts anderes
als die Blöße des riesigen Tieres vor ihm,
Essen für Menschen, ihm anvertraut über den Winter.
 

Massige Leiber dunkler Jahrhunderte
zerfließen im Klang deiner goldenen Flöte
zu flüchtigen Nebeln.
Dein Spiel erhellt alte Schatten,
und in den Kirchen könnten,
würde man Schaukeln drin anbringen,
morgen schon Kinder jubeln und lachen.

 
Ich aber:
ich sitze still da
und etwas in mir beginnt
endlich zu weinen.
 

 

 

Walter Kiesenhofer,  walkie@gmx.at

 

 
 

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